Turnaround Management ist die intensivste Form von Krisenmanagement. Wenn Sie ein Unternehmen oder ein Projekt nicht durch Steuerungsmaßnahmen aus der Krise auf den ursprünglichen Weg führen können, müssen Sie das Steuer herumreißen und die Organisation neu ausrichten.

Was ist Turnaround Management? Definition und Grundprinzip

Turnaround Management ist die höchste Stufe des Krisenmanagements für Organisationen, die in eine existenzgefährdende Situation geraten sind. Es umfasst die initiale Absicherung der Existenz und den anschließenden strategischen Prozess der Neuausrichtung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens oder Projekts.

Bei IT-Projekten erschweren besondere Herausforderungen das Turnaround Management: rascher technologischer Wandel, Komplexität der Aufgabenstellung und Ressourcenknappheit verschärfen oft die Krisensituation und machen einen Turnaround erforderlich.

Die richtige Strategie für den Turnaround

Jede Krisensituation ist anders. Die richtige Strategie hängt ab von den Krisenursachen, den Rahmenbedingungen, der Organisationskultur, den Stakeholder-Interessen und bestehenden Handlungsoptionen. Turnaround Management erfordert deshalb eine ganzheitliche Betrachtung der Einflussfaktoren. Begleitend muss die beständige Kommunikation mit allen Beteiligten erfolgen.

In 3 Phasen wieder auf die Erfolgsspur: Intervention, Insight, Impact

Aus langjährigen Erfahrungen mit zahlreichen Turnaround-Projekten entstand unser Leitbild des Konsequenten Projektmanagements. Vor diesem Hintergrund entwickelten wir das Phasenmodell „Intervention – Insight – Impact“ für Krisenmanagement und speziell Turnaround Management (Bild 1).

Abbildung 1: Das L&B-Framework für Krisenmanagement
Abbildung 1: Das L&B-Framework für Krisenmanagement

Voraussetzung: Die Projektkrise erkennen

Turnaround Management wird erst dann möglich, wenn die Krise erkannt und als solche auch transparent gemacht wird. Was sich so trivial anhört, ist in der Praxis vielfach erst zu spät der Fall. Schuld daran ist der sogenannte Wassermelonen-Effekt: Projektstatusberichte geben nach außen einen grünen Projektstatus wieder, obwohl in der Innensicht bereits die roten Alarmleuchten blinken.

Sobald Sie die Krise erkannt haben, ist besonnenes und konsequentes Handeln erforderlich. Kurzschlusshandlungen wie z.B. der sofortige Austausch des Projektteams richten in der Regel mehr Schaden als Nutzen an.

Wir beginnen den Turnaround deshalb damit, einen stabilen Ausgangspunkt zu schaffen.

Phase 1: Intervention – Status Quo sichern und Handlungsfähigkeit herstellen

Die ersten Fragen der Beteiligten sind oft:

  • Wie konnte das passieren?
  • Wer hat dafür die Verantwortung?

Diese Reaktion ist verständlich, hilft aber in der akuten Situation nicht weiter. Als erstes geht es um unmittelbares Trouble Shooting, um den Schaden zu minimieren und wieder handlungsfähig zu werden. In vielen theoretischen Darstellungen von Krisenmanagement oder Turnaround Management wird diese ganz zentrale und erfolgsentscheidende Phase nicht berücksichtigt.

Dabei sind Fragen zu klären wie z. B.:

  • Was sind die konkreten Symptome der Krise?
  • Welche Schäden sind bereits eingetreten?
  • Wie können wir unmittelbar drohende Schäden verhindern oder mindern?

Parallel ist eine stabile Kommunikation zu etablieren mit Fragen wie z.B.:

  • Welche Personen und Organisation sind Stakeholder der Krise?
  • Wie werden diese am besten über die Situation informiert?

Dann geht es darum, einen gesicherten Ausgangspunkt für den Turnaround zu schaffen. Unter anderem gilt es dabei:

  • Liquidität des Projekts gewährleisten
  • Bereits erreichte Ergebnisse sichern
  • Dem Projektteam eine sichere Perspektive geben
  • Vertrauen bei den Stakeholdern zum Turnaround Team herstellen

Phase 2: Insight – Analyse, Neuausrichtung, Maßnahmenplan

Die zweite Phase des Turnaround Managements umfasst vier zentrale Aufgaben:

  • Analyse: Bestandsaufnahme, Ursachenidentifikation, Diagnose
  • Neuausrichtung des Projekts: Überprüfen des Ziels, Korrektur des Lösungsansatzes, Klären der Vertragslage
  • Planen der Maßnahmen: Erstellen einer Road Map, Klären der Ressourcen und Finanzierung, Definieren des Projektmanagement-Systems
  • Kontinuierliche Kommunikation: Transparenz gegenüber allen Stakeholdern

Diese vier Aufgaben des Turnaround Teams erfordern zwar den größten Aufwand, bewirken aber den größten Nutzen. Wir sorgen dafür, dass Sie vom sprichwörtlichen „toten Pferd“ absteigen und einen erfolgsversprechenden Weg beschreiten.

Für die Insight-Phase kann es keine Blaupause geben, da es hier darauf ankommt, die spezifischen Hintergründe, Rahmenbedingungen und Chancen zu identifizieren und zu analysieren. Ebenso individuell ist der Maßnahmenplan für die Neuausrichtung des Projekts.

Phase 3: Impact – Maßnahmenplan umsetzen und das Projekt neu ausrichten

Sobald die neue Zielsetzung und der Maßnahmenplan genehmigt ist, führen wir gemeinsam den eigentlichen Turnaround durch. Das Projekt wird saniert und neu ausgerichtet. Dabei setzen wir die speziell für komplexe, sanierungsbedürftige Projekte entwickelte Methode D.A.R.T.® (Design- Assess-Report-Track) ein.

D.A.R.T.® zeichnet sich dadurch aus, dass es vollständige Transparenz für alle Stakeholder über den Projektstatus gewährleistet. Es ermöglicht auch bei noch unvollständiger Planung sofort die Überwachung und Steuerung des Projekts. Insbesondere unterstützt es eine flexible, rollende Planung, mit der das Projekt durch sich ändernde Rahmenbedingungen gesteuert werden kann.

Sobald das Projekt wieder auf Kurs ist, übergeben wir die Steuerung wieder an die Projektleitung. Auf Wunsch des Kunden managen wir das Projekt auch bis zu seinem Abschluss. In jedem Fall führen wir eine Auswertung des Turnarounds mit dem Kunden durch, um Erfahrungswerte und Lessons Learned zu sichern.

Herausforderungen bei IT-Projekten und Lösungsansätze

Mit langjähriger Erfahrung in Leadership und Change Management, unserer Projektmethodik sowie tiefgehendem Verständnis der Telekommunikations- und IT-Branche löst das Team von The Excellence Circle Krisen in Projekten und Organisationen oder sorgen dafür, dass diese gar nicht erst entstehen.

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